"Einen Pilz?", fragte Thomas. "Auf meiner Kopfhaut?"
"Auf jeder Kopfhaut", korrigierte der Experte. "Der Malassezia-Hefepilz lebt bei jedem Menschen. Bei den meisten ist er harmlos. Aber bei etwa 35 Prozent der Bevölkerung gerät er außer Kontrolle."
Der Experte erklärte: Dieser Pilz ernährt sich von den Ölen auf der Kopfhaut. Bei manchen Menschen produziert er dabei Substanzen, die Entzündungen und übermäßige Hautzellerneuerung auslösen. Das Ergebnis: Schuppen, Juckreiz, Rötungen.
"Aber was hat das mit dem Winter zu tun?", wollte Thomas wissen.
Der Schuppen-Experte lächelte. "Das ist der springende Punkt. Der Pilz liebt zwei Dinge: Wärme und Feuchtigkeit. Und genau diese Kombination entsteht im Winter ständig."
Er zählte die typischen Winter-Szenarien auf:
"Mützen, Schals, Kapuzen – darunter schwitzt die Kopfhaut. Dann kommen Sie in beheizte Räume, die Kopfhaut ist warm und feucht. Nachts schwitzen Sie unter der warmen Bettdecke. Morgens duschen Sie, föhnen aber nicht richtig, weil es draußen kalt ist. Den ganzen Tag über: ständiger Wechsel zwischen kalt und warm."
Thomas nickte. Genau so sah sein Winter aus.
"Für den Pilz ist das perfekt", fuhr der Experte fort. "Ein feucht-warmes Mikroklima, das sich immer wieder erneuert. Keine Luftzirkulation. Keine Chance zum richtigen Trocknen."
"Aber ich dusche doch täglich", wandte Thomas ein.
"Das weiß ich. Aber genau da liegt das Problem: Im Winter lassen die meisten Menschen ihre Haare länger nass. Man föhnt nicht so gründlich, weil man danach sowieso in die Kälte muss. Man trägt die Kapuze vom Mantel. Man sitzt im warmen Auto mit laufender Heizung."
Thomas erkannte sich in jedem dieser Beispiele wieder.
"All das", sagte der Experte, "schafft optimale Bedingungen für Malassezia. Feuchtigkeit, Wärme, keine Luftzirkulation."